Kirche von Neu-Pasua
Ölgemälde von K. Digel
Ulmer Schachtel
Waisenhaus Siloah in Neu-Pasua 1910
Waisenhaus Siloah in Eglofstal 1951
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Die Ansiedlungsgeschichte von Neu-Pasua
Im Krieg gegen die Türken eroberte Reichsfeldmarschall Prinz Eugen von Savoyen
(1663-1736) im Auftrag von Kaiser Karl VI. weite Gebiete im Südosten Europas und
schaffte so die Voraussetzung für die Ausdehnung des habsburgischen Kaiserreiches.
In dem entvölkerten Raum fehlten aber Menschen, die das eroberte Land sichern und
die Grenzen schützen konnten. Aus diesem Grund setzte dann die planmäßige Besiedlung des Donauraumes durch den österreichischen Staat ein. Sie erfolgte in der Zeit von 1711 bis 1792 und auch noch danach. In drei großen "Schwabenzügen" zogen die Auswanderer aus dem gesamten deutschen Reichsgebiet, vorwiegend aber aus Südwestdeutschland, in den Südosten Europas.
Die ersten Ansiedler Neu-Pasuas kamen aus Württemberg in der Regierungszeit Kaiser
Leopolds II. (1790-1792). Sie durften auswandern, weil Kaiser Josef II. die
Konfessionsbeschränkung aufhob und auch Evangelischen die Ansiedlung erlaubte.
Versehen mit einem Auswanderungspass, der sie als unbescholtene Leute auswies und einem
Familienbogen des Heimatpfarramtes machten sich 62 württembergische Familien im
Sommer 1790 auf den Weg nach Ulm, um von dort aus mit der "Ulmer Schachtel"
donauabwärts bis Peterwardein zu fahren. Im Winter fanden sie Quartier bei den
evangelischen Slowaken in Alt-Pasua, und im Frühjahr 1791 begannen die Ansiedler
mit Hilfe der Militärverwaltung die ersten Häuser zu bauen. Ein
Grundstück, Gärten, Äcker und Wiesen wurden ihnen zugewiesen.
Für die Beschaffung von Geräten, Vieh und Einrichtungsgegenständen
wurden Darlehen gewährt, die nach und nach zurückzuzahlen waren. Als
Vergünstigung gab es eine zehnjährige Befreiung von Steuern und Kriegsdiensten.
Wer Getreidescheuern auf deutsche Art baute, wurde darüber hinaus für drei
Jahre von der Abgabepflicht befreit.
Die Dorfentwicklung
Schon ein Jahr nach der Ortsgründung lebten in Neu-Pasua 51 Familien mit 262
Personen. Obwohl viele Familien nach der Ansiedlung ausstarben, wuchs der Ort durch
seinen Kinderreichtum stark an. Es wanderten auch Nachzügler aus Baden und aus
der Batschka zu, so dass die Bevölkerung in den ersten 30 Jahren auf 730 Personen
anstieg.
Ein Bevölkerungswachstum um das Dreifache bewog die Gemeinde, wiederholt Gesuche
um Vermehrung des Bodens an den Kaiser zu richten. Dieser Bitte wurde aber erst 1842
entsprochen. Neu-Pasua erhielt 242 Joch Feld neu zugewiesen. Ein Joch entspricht 0,575
Hektar. Im Durchschnitt besaß jede Familie 22 Joch Wirtschaftsfläche, gerade
genug, um den Lebensunterhalt bestreiten zu können.
Um ein Auskommen auch für die bis 1944 auf 6000 Einwohner angestiegene
Bevölkerung sicherzustellen, musste ständig Feld von den Nachbargemeinden
zugekauft werden. Bei der Vertreibung hatte jede Familie immer noch die erforderliche
Wirtschaftsfläche.
Bemerkenswert ist auch, dass die Bevölkerung von Neu-Pasua durch ständigen
Geburtenüberschuss wuchs, obwohl eine hohe Sterblichkeit viele Menschen dahinraffte.
Noch in den dreißiger Jahren dieses Jahrhunderts gab es im Dorf 50 Familien,
die mehr als neun lebende Kinder hatten. Nach und nach wurden alle gemeindlichen
Einrichtungen geschaffen, die die Entwicklung zu einer intakten Dorfgemeinschaft
ermöglichten. So neben der evangelischen
Kirche 1810-1812 .
auch unser
Waisenhaus Siloah .
Für Kroatien/Slawonien war dies das
erste Heim dieser Art. Im ganzen Donauraum hatte es seine Parallele damals nur
in dem Waisenhaus der Batschkaer Gemeinde Torschau. (aus: Neu-Pasuaer Heimatbuch).
Freundliche Grüße an alle Neu-Pasuaer Landsleute in der ganzen Welt
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